Seite empfehlen: Facebook XING Twitter Google+ LinkedIn

Zweites Leben für Fahrzeugbatterien

Stationärer Speicher für kostengünstige und umweltfreundliche Elektrobus-Ladung in Hamburg

Die VCDB unterstützt die Verkehrsbetriebe Hamburg-Holstein bei der Umstellung auf den Elektrobusbetrieb. Hiermit wird auf das Ziel der Freien und Hansestadt Hamburg hingearbeitet, ab 2020 nur noch emissionsfrei angetriebene Busse beschaffen zu dürfen.

Im Rahmen des schrittweisen Umbaus des Standorts Bergedorf für den Elektrobusbetrieb planen die Verkehrsbetriebe Hamburg-Holstein (VHH) die Einbindung eines stationären Energiespeichers in die Ladeinfrastruktur. Dieser sogenannte Second-Life-Batteriespeicher wird mit gebrauchten Fahrzeugbatterien bestückt, welche so einer Zweitverwendung zugeführt werden. Das Pilotprojekt wird im Rahmen einer Kooperation mit MAN Truck & Bus errichtet und betrieben.

Der Einsatz in Elektrobussen stellt höchste Anforderungen an die Traktionsbatterie. Die Fahrzeuge sind täglich bei Wind und Wetter über lange Strecken im Einsatz. Die Nachladung erfolgt im Betriebshof und teilweise zusätzlich mit hoher Leistung an Zwischenhalten auf der Strecke. All dies bewirkt eine im Vergleich zum Elektro-Pkw schnelle Alterung der Fahrzeugbatterie und Reduzierung der Reichweite. Je nach Einsatzprofil und Batterietechnologie geht man derzeit davon aus, dass nach fünf bis acht Jahren ein Batterietausch notwendig wird.

Statt die Batterien direkt aufwendig zu recyclen, können diese noch einige Jahre bei geringeren Leistungsanforderungen im stationären Betrieb eingesetzt werden. Dieses sogenannte zweite Leben soll am Standort Bergedorf in Verbindung mit der Elektrobusladung untersucht werden. Die VCDB plant die Einbindung in die Spannungsversorgung der Ladeinfrastruktur und die steuernden IT-Systeme.

Die in einem Standard-Überseecontainer installierten Speicher sollen dem Ausgleich von Lastspitzen bei Übernachtladung im Betriebshof dienen. Bei diesem sogenannten Peak Shaving wird der Speicher im Tagesverlauf bevorzugt mit Erneuerbaren Energien geladen und in der Nacht, wenn die meisten Busse im Depot sind, entladen. Damit leistet der Speicher einen Beitrag zur Erhaltung der Netzstabilität. Das System kann um einen weiteren Batteriecontainer erweitert werden.

Für die VHH können die notwendige Anschlussleistung und die Kosten für den Strombezug reduziert werden. Und alle Projektbeteiligten gewinnen neue Erkenntnisse über das Alterungsverhalten von Batterien, um so die Elektromobilität voranzutreiben. Nähere Informationen zum Projekt „Second-Life-Energiespeicher Bergedorf“ finden Sie auf der Projektseite der VHH.